Der Microprofessor MPF-1B

…Ob er wirklich ein Professor ist sei mal dahingestellt 😉

Ein Freund brachte letztens ein Goodi von einer Haushaltsauflösung eines technisch Interessierten Mitbürgers mit, der leider nicht mehr unter den Lebenden weilen darf. Es handelt sich, nach kurzer Internet Recherche, um einen Z80 basierenden Lerncomputer aus Anfang der 80er Jahre. Ich dachte bei Z80 erst sofort an „Sinclair“-Qualitäten aber leider ist dieses Gerät nicht so wohnzimmertauglich wie andere Z80 basierende Homecomputer aus der Zeit. Es beschränkt sich wirklich nur auf das rudimentäre Programmieren und Ansteuern. Gebaut wurde er damals im übrigen von Multitech, was heute Acer heißt.

So schaut das Teil aus: 80er Jahre Vintage in einer Art VHS Hülle, um es ordentlich im Bücherregal aufzubewahren.

Das Hauptboard, der MicroProfessor MPF-1B, so wie es scheint eine sehr frühe Hardwarerevision – an vielen Stellen gibt es klassische Transistoren als Treiber, welche auf späteren Boards durch DIP Chips ersetzt wurden. Angeblich wird der MicroProfessor immernoch hergestellt und auch für Lernzwecke eingesetzt. Oben rechts 2 Klinkenbuchsen für die Microfon- und Lautsprechereingänge eines externen Kassettenrecorders zum Einlesen und Speichern von Programmen. Ganz rechts: DC Buchse für die Spannungsversorgung mit 9 Volt.

Auf der anderen Seite der Hülle befindet sich eine Art IO Karte von einem Lehrmittelhersteller „Christiani“ die es heute noch gibt http://www.christiani.de/. Allerdings konnte ich leider keine weiteren Informationen zu diesem Zusatzboard finden, welches über breite Flachbandkabel an die Expansion Ports des MPF-1B Boards gesteckt wird.
Mit dem Board werden wohl ätliche Möglichkeiten der Robotersteuerung und allgemeinem IO Tätigkeiten realisiert werden können.

Falls jemand dazu was sinnvolles beizutragen hat, gerne in den Kommentaren.

Der Z80 Prozessor, darüber halb zu sehen, das Bildschirm-Programm Rom welches die Bedienung des Systems ermöglicht und die Grundfunktionen bereitstellt. Unten der Expansion Anschluss für Erweiterungen mit Zusatzboards.

Die „Tastatur“ und oben links das Display (rechts der Magnet vom Buzzer-Lautsprecher).
Die grüne LED blinkt immer wenn Tasten gedrückt werden bzw. der Lautsprecher etwas von sich gibt. Die rote LED ist wohl für den Fehlerfall – hat bisher nie geleuchtet oder geblinkt.

Jetzt kommt das Beste: das Teil kann im Grunde nur in Assembler programmiert werden oder mit einem separat erhältlichen Basic-Rom ,welches man neben dem Bildschirm-Programm Rom einsetzen kann. Es bedeutet im Klartext, dass es Leute geben muss, die so abgehoben sind, Assembler in Hex-Code Form in dieses Ding zu tippen, möglicherweise schon als Listing (wie darin kompiliert werden soll ist mir noch ein Rätsel)!!
Alles auf einer stark eingeschränkten 6 Zeichen Nummerischen LED Anzeige.
Die Leute waren schon hart im nehmen früher…

Nun denn – wäre ja zu langweilig sich nicht mal damit zu befassen was ans laufen zu bekommen auf dem Herrn Professor. Nach etwas googeln gabs auch einiges an Material was es auszutesten gab:

http://www.sbprojects.com/projects/mpf1/index.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Microprofessor_I
http://www.8bit-homecomputermuseum.at/computer/multitech_mpf1b.html

http://oldcomputers.dyndns.org/public/pub/manuals/
http://ery.xs4all.nl/comp/mpf1/doc/index.html

… und viele mehr…

Auf sbprojects.com habe ich dann auch erstmal verstanden wie man ein Programm startet und rausgefunden, dass an der Stelle wo das Basic Rom stecken kann, ein Rom mit Demoprogrammen vorhanden war, welche ich im folgenden Video ausprobiere:

Folgendes passiert da:
erstes Programm startet bei Hex-Addresse 2000 und spielt einige Alarmtöne ab und zeigt „HELP US“ auf der Anzeige an
zweites Programm an Hex 2200 ist eine Art „BEEP“-Klavier
drittes Programm an Hex 2300 spielt eine Melodie ab

Ich denke dieses Eprom stammt auch von Christiani und stützt sich auf irgend eine „Experimentier“-Literartur. Im Originalhandbuch sind einige Beispiele für Tonerzeugung und Displayansteuerung vorhanden auf die wiederrum diese Programme abgeleitet sein dürften.

Im Übrigen habe ich hier nahezu alle wichtigen Originalunterlagen zum MicroProfessor gefunden: http://electrickery.xs4all.nl/comp/mpf1/doc/index.html

Zum Schluss noch ein weiteres Video: wir haben ein Programm „Egg Timer“ von sbprojects.com abgetippt und tatsächlich zum Laufen bekommen. Ansich liefert der Autor von sbprojects.com zu jedem seiner Programme eine MP3 Datei, die man über den Line-Out mit dem Rechner über die Kassettenrecorder-Schnittstelle direkt einlesen können sollte. Leider ist die Audioqualität der Dateien zu schlecht, so dass dies leider nie geklappt hat. Somit mussten ein paar hundert Hexaddressen von Hand abgetippt werden 🙂

Hier das Ergebnis:

Nach dem erfolgreichen Test des Programms habe ich es wieder als Audiodatei „umgewandelt“, so dass es nun auch lesbar sein sollte.
[wpdm_file id=13]

So kann man auch mal hören, wie so ein Programm klingt 😉

Ok, dass hat man nun auch mal gemacht… Reicht jetzt aber auch – in bin froh in unserer Gegenwart zu leben wo solche Grundlagenforschung nicht mehr zwingend erforderlich ist. Ein hoch auf alle die mit so einem Gerät umgehen können!

Ich programmiere jetzt wieder Homematic, Atmels (in C und Bascom), Apple Script und andere nicht assemblerartige Sprachen 😛

Falls interesse besteht kann ich gerne nochmal zeigen wie Programme ausgelesen, auf dem PC in Audacity aufgenommen und wieder zurückgelesen werden in den µPF. Bitte einfach in die Kommentare schreiben.

Bis dahin.

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Grundig MCF 500 Kassetten Deck

Tu mal lieber Kassette…

Der 1. Beitrag in 2013!
Ich konnte nicht wiederstehen – obwohl Kassetten so ein inperfektes Speichermedium für Musik sind. Meine Grundig-Ecke im Schlafzimmer ist wieder um eine Atraktion reicher geworden: ein Grundig MCF 500 Kassetten-Deck.

Sowas habe ich bisher noch nie auf einem Gerät gelesen:

Nun in der Totalen:

Und im Dunkeln:

Was soll man sagen? Das Gehäuse sieht fast aus wie neu – komplett aus Alu oder sowas in der Art. Laut Aussage des Verkäufers wurde es „wenig bespielt“ also bleibt zu hoffen, dass auch in der kommenden Zeit keine Fehler, wie das berühmt berüchtigte Idler-Zahnrad, auftreten. Dieses scheint aus einem weichen nylonartigen Material gefertigt zu sein, damit das Laufwerk ruhig läuft. Deswegen zerbröckelt es regelrecht und verliert „Zähne“. An der Din-Buchse zum Verstärker musst ich etwas friemeln, damit kein Wackelkontakt mehr auftrat aber ansonsten arbeitet das Teil tadellos.
Es hat auch schon so nette Funktionen wie den nächsten oder vorherigen Titel anspulen und einen Memo-Speicher für das Zählwerk. Damit kann man eine Stelle „merken“ und dort wieder hinspulen – natürlich nur über den Zähler gemessen, kein Index auf dem Band o.ä.. Aufnehmen funktioniert auch – Als Audioquelle dient der Airport Express über den Grundig RTV 820 Verstärker. Die einzige Funktion die ich noch nicht verstanden habe ist vorne am Laufwerk die kleine Taste „Post Fad“ mit der Öffnung. In die Öffnung passt ein kleiner Metallstift, den man rechts neben dem Laufwerk aus dem Gehäuse ziehen kann und ihn dann eben in das Loch neben „Post Fad“ stecken kann.  Spielt das Deck kann man den Stift bis zum Anschlag in die Öffnung stecken, ist es im „Stop“ Zustand passt es nur ein Stück rein. Es lässt sich dann drehen, also vermute ich, dass dort in der Tiefe ein Poti o.ä. steckt der irgendwas bewirkt. Gerne Kommentare dazu – habe leider auch noch kein Handbuch zu dem Gerät gefunden.

Baujahr dürfte so anfang der 80er Jahre gewesen sein – anbei der Link zum Radiomuseum

Zum Schluss noch 2 Videos 🙂

Die Zählwerk-Memory-Funktion:

Titel „anspulen“:

Nachtrag:

Die Fragen bezüglich des Steck-Stifts und der „Post Fad“ Taste habe ich mir gerade beantworten können – habe das Handbuch des MCF 600 im Netz gefunden 🙂
Der Stift wird im pausierten Wiedergabe- oder Aufnahmemodus in die Öffnung mit dem Uhrensymbol gesteckt und dient lediglich dazu, die Wiedergabe oder Aufnahme zu starten wenn der Recorder über eine Zeitschaltuhr betrieben wird. Ist der Stift nicht gesteckt befindet sich das Deck nach Einschalten der Netzspannung im Leerlauf (der Capstan Motor dreht, sonst passiert nichts) – ist nun der Stift pausiert gesteckt und das Gerät wird eingeschaltet, startet direkt die Wiedergabe oder Aufnahme (je nach dem in welchem Modus das Gerät gebracht wurde). Ganz clever gelöst 😉
Der „Post Fad“ Taster wird während der normalen Wiedergabe in Verbindung mit gedrückt gehaltener „Start“ Taste eingesezt. Er dient zum partiellen Löschen von unerwünschten Stellen in der Aufnahme und schaltet vermutlich nur den Löschkopf ein, was zu einem „Ausblenden“ der unerwünschten Stelle führt. Diese Stelle ist dann unwiederbringlich überschrieben. Der Witz ist, dass es sogar bei schreibgeschützten Kassetten klappt. Da man ja heute eher weniger aus dem Radio aufnimmt eher eine Funktion am Rande.

Das war dann erstmal dazu – gute Nacht 🙂

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Synology NAS DS411slim

…Speicher kann man nie genug haben

Es wurde eine neue Anschaffung getätigt. Ich habe in 4 TB Festplattenspeicher (naja abzüglich Partitionstabellen und allem anderen sind nun effektiv 2,75 TB (!!!) übrig geblieben) investiert. Da ich gerne was kompaktes und Energiesparendes wollte, habe ich mich für ein reines 2,5″ Gerät entschieden. Momentan ist dort 1 TB pro Festplatte das höchste aller Gefühle (man wird sehen was in Zukunft in der Richtung noch kommen wird).

Dazu gabs auch noch einen neuen 8 Port Gigabit Switch, ebenfalls als „green“ Device, welches Energiesparend sein soll…

So schaut es aus – Gerät passt in etwa auf eine Handfläche und kommt mit einer Unterstellplatte zur Aufnahme der Gummifüße die der Entkopplung dienen…

Die 4 Festplatteneinschübe, der Lüfter saugt von unten an.

4x 1 TB Western Digital Scorpio Blue mit verlängerter Garantie (warum nur :-)).
War hier die beste Wahl von der Kompatibilitätsliste von Synology.

Platten werden an den Rahmen angeschraubt – wie üblich

Der Switch – mit integrierter Spannungsversorgung, also wenig Platz und Steckdosenverschwenung durch irgendwelche fette Netzgerätestecker

Hat seinen Platz anstelle der TimeCapsule, die nun ins Büro wandern wird, im Schränkchen eingenommen…

Aussortiertes…

Ready to go…

Für den Moment der neue Stammplatz, evtl. kommt das Nas aber später auch wieder in die Abstellkammer, obwohl das dann blöd wäre wegen der wegfallenden zentralen Anschlussmöglichkeit für den Drucker… (man wird sehen)

Nun noch Firmware drauf und Einstellungen durchführen…

Abschließendes Fazit:

Nun denn, mal sehen wie lange 😛

Abschließende Worte zu den NAS Systemen von Synology:

  • Das Userinterface ist Bombe – kommt wie ein remote bedienter Desktop daher, was die Konfiguration sehr bequem gestaltet (im Vergleich zu QNAP die zwar auch ein Ajax basierendes Interface haben, aber sehr viel zwischendurch geladen werden muss, was die Sache recht träge macht)
  • Viel installierbare Zuatzsoftware
  • Durch Unix sehr viele Möglichkeiten des „Tweakens“ und seine eigenen Anwendungen laufen zu lassen
  • Sehr leise – nur wird leider den Platten nicht viel Möglichkeit gegeben trotz eingestelltem Timer mal längere Zeit schlafen zu gehen
  • Sehr viele Diganose und Loggingfunktionen (gut wenn man die Kisten bei Kunden stehen hat und nur selten nach den Geräten sehen kann – alles Relevante schicken die NAS Kisten per E-Mail)
  • APP Support für iOS Devices

Falls in Zukunft noch nennenswerte neue Erkenntisse beim Betrieb des Systems auftreten, teile ich sie hier mit…

Kaufempfehlung: aber hallo 🙂 Wenn einem die 2,75 TB ausreichen…

 

 

 

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