C64 RetroPie Umbau

Mehr Sein als Schein 😉

Ein guter Freund kam mit einem Projekt um die Ecke, welches zumindest für mich nicht alltäglich erschien. Es ging darum einen Raspberry Pi gekonnt in ein Commodore C64 Gehäuse einzubauen um diesen später mit dem RetroPie System zu bespielen und in eine Multifunktions-Emulations Spielekonsole zu verwandeln.
Ohne den 3D Drucker wäre das ganze Unterfangen komplizierter geworden, so wurde es zwar nicht zu einem Kinderspiel aber dennoch zu einem anspruchsvollen Werk, was Maßgenauigkeit anbetraf.

Offcamera wurde erstmal obligatorisch die entsprechenden Öffnungen und Schraubenaufnahmen im Gehäuse vermessen und die Daten in Sketchup übernommen, in dem die einzelnen Teile entstanden sind:

Ein erster Test: die 2 großen Öffnungen auf der Rückseite des C64 ausfüllen für die spätere Steckerkonsole

(vom ersten Einpassen habe ich leider kein Bild gemacht)

Die komplette Anschlusskonsole für Die C64 Rückseite

Alle Kappen um die verbleibenden Öffnungen abzudecken

Ok, ran an den Slicer und ab zur Plastik-Schmelzmaschine…

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Die Keyrah V2 Platine – USB zu C64 Tastaturwandler

Die gibts hier zu kaufen

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Die beiden USB Buchsen sind mit kurzen Leitungen versehen und so mit dem Pi verbunden.

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DC Buchse für 5 Volt Netzteil

Alles am Platz und passt exakt … gut gemessen 😉

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Finale – alle Kabel verlegt und gebunden. Gehäuse kann geschlossen werden.

Ein paar kleine Details:

  • am Raspberry Pi wurde eine Stiftleiste an den 2 unbestückten Pins für den Powertaster eingelötet und dort der rote Taster auf der Rückseite des Gehäuses angeschlossen
  • Da wir ein gerregeltes 5 Volt Netzteil verwendet haben wurde die DC Buchse direkt mit den Pins auf der GPIO Leiste des Raspberry Pi verbunden
  • Wir haben direkt eine USB Leitung an die Keyrah Platine gelötet

Was bleibt noch zu sagen? Alle Teile passten so ziemlich auf Anhieb ohne große Nachbearbeitung mit Feile und Schmiergelpapier, wie es sonst schon oft der Fall war. Es steht und fällt sehr viel mit der Komplexität der Teile und der Möglichkeit im Vorfeld alles genau auszumessen. Da das gut von der Hand ging, war auch das genaue Erstellen der Teile nicht so schwer.

Anbei noch ein paar weitere Impressionen:

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Alles restlichen Bauteile wie USB Buchsen usw. wurden bei Pollin Elektronik gefunden.

Das Projekt ist hier zu finden. Über Nachbauten würde ich mich freuen (und gerne auch über Feedback!!)
Vielen Dank an Sebastian Scholten, dessen Idee die Sache hier war.

Nachtrag (17.07.2016):

Für die USB „Buchsen-Halteklammer“ habe ich M3 Schrauben verwendet, ca. 1 cm lang (mit Senkkopf). Die anderen Schrauben sind aus meinem „PC-Schrauben Fundus“, sollten aber glaub ich auch M3 gewesen sein, die sehr schön in die Montageaufnahmen im C64 Boden passten.

Nachtrag:

Ich freue mich immer wenn es Leute gibt, die Spaß an ähnlichen Dingen haben und auch mal etwas nachbauen, was hier zum Besten gegegeben wird: https://steffenweise.wordpress.com/2016/07/31/c314-neuer-wein-in-alten-schlaeuchen/

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Grundig MCF 500 Reparatur Idler Zahnrad

… ich hätte gedacht, dass es noch etwas hält 🙁

Letzte oder vorletzte Woche hatte ich mal wieder eine Kassette am laufen die mittendrin auf einmal abstoppte – Ein Blick auf den Recorder geworfen: Bandsalat und Gerät auf Stop… Ich konnte mir schon irgendwie denken was das wohl sein könnte hab aber noch nicht reagiert und einfach wieder auf Play gedrückt – Wiedergabe ging normal weiter… Gestern war dann aber Schluss – Wiedergabe stoppte wieder mit Bandsalat und ließ sich dann aber nicht mehr starten :-/ Vom Leerlaufgeräusch des Wickelmotors war klar, dass das Zwischenzahnrad vermutlich vom altbekannten „Zahnausfall“ befallen war.
Also musste ich doch mal nachschauen ob dem wirklich so war:

Schrauben raus, Deckel ab…
Massives Aluminiumgehäuse wird wie eine Haube abgehoben.

Technik… Kondensatoren Made in Germany, Metall – schwere Technik ^^

Das Laufwerk… Mittig das besagte Zwischenzahnrad – sichtbar nach Ausbau des Leuchtkeils

Jap – Zahnausfall, dank Weichkunstoff. Hohe Laufruhe beim Spulen aber leider Verschleiß und Zerfall nach ca. 30 Jahren 🙁

Also erstmal das Laufwerk ausbauen um das Zahnrad rauszubekommen. Erstmal Steckverbinder lösen…

Und schon ist es draußen – 4 Gewindeschrauben hielten das Laufwerk an der inneren Frontplatte fest. Laufwerksträger besteht aus Edelstahl – nach späterem Entstauben sah alles aus wie neu.

Der schwarze Wickelmotor (Schweizer Qualitätsprodukt) muss abgeschraubt werden um das Zahnrad auszubauen (gehalten von federgelagerter Welle mit Arretierungsring). Die linke Schraube hat etwas gelitten – das Locktide hat immernoch sehr gut die Schraube am Platz gehalten.

Der Motor mit der Kupplung und dem Zwischenzahnrad…

Noch ein wenig sanfte Gewalt und Zug mit der Spitzzange und endlich war es frei…

Das klaffende Loch…

Nebenbei habe ich mir endlich mal die Netzteilplatine angesehen wo auch so langsam anscheint dem altersschwachen Selengleichrichter die Puste ausgeht (während der Wiedergabe flackert immer die Beleuchtung und das Zählerdisplay). Hoffen wir dass es das ist. Werde ihn gegen einen passenden Siliziumgleichrichter tauschen.

Tja schön und gut – wo gibts ein neues Zahnrad her?? Aber sischer vom Fernsehpanzer 🙂

http://www.fernseh-panzer.de/zahnraeder/zahnraeder-fuer-hifi-decks/918/idler-zwischen-zahnrad-mcf-500-mcf-600-grundig
(Link aktualisiert am 30.04.2017)

Es ist sehr erfreulich, dass es doch tatsächlich Firmen gibt, die extra diese „wertvollen“ Zahnräder wieder nachproduzieren um die guten, eigentlich unverwüstlichen Geräte zu erhalten *(^_^)*
Hier gehts dann weiter wenn die Ersatzteile da sind.

19.11.2013: Zahnrad ist heute gekommen, bald gehts weiter…

Weiter gehts…

Das Zahnrad…

…muss nun noch fest mit der Welle verbunden werden

Sekundenkleber wird hoffentlich dauerhaft den Zweck erfüllen

Hält.

Kleberreste rund um die Messinghülse entfernt…

Dieses miese Teilchen ist mir auf den Boden gefallen und ich hab es ca. nach 15 Minuten wieder erspähen können :-/

Die Welle wieder zusammenstecken mit Abstandshaltern, der Feder und zur guterletzt den winzigen Sprengring…

Alles wieder fest.

Motor wieder eingebaut und festgeschraubt

Lichtkeil wieder eingesetzt…

Zeit für einen Test

Kassette rein…

Jetzt noch den Gleichrichter wechseln (schonmal vorweg genommen: das Licht flackert leider immer noch)

Ein vorbereiteter Siliziumgleichrichter Typ B500C1500 (völlig überdimensioniert aber er war halt da)

Der alte Selengleichrichter – am Rand krustig rostig…

Krümelig 😉

Der neue Gleichrichter wurde eingelötet

Gesamtübersicht vorm Zuschrauben

Deckel wieder drauf…

Und vorsichtig zugeschoben

Das wars – er steht wieder im Schlafzimmer und funktioniert wie eh und jeh. Leider hat der Wechsel des Gleichrichters nicht den gewünschten Effekt erziehlt: das Licht flackert immer noch. Es scheint wohl eher an den alterenden Elkos zu liegen. Momentan beeinträchtigt das Schwanken der einzelnen Betriebsspannungen noch nicht die Funktion des Recorders – sobald es so wäre würde ich wieder zur Tat schreiten und diese auch alle ersetzen. Zumindest die auf der Netzteilplatine – es würde allerdings weh tun die schönen „deutschen“ Kondensatoren gegen aktuelle aus Fernost zu ersetzen 🙁
Wenigstens spult das Deck jetzt wieder wie der Wind…

Ich hoffe, das speziell die Bilder noch für andere Liebhaber von diesem Model interessant sind. Gerne veröffentliche ich auch gerne Restaurationsunternehmen von anderen Bastlern wenn gewünscht 😉

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Grundig Box 200 Restauration oder „Pimp“ my 200 to 250

… die 200er Boxen lagen lange Zeit verstaubt in der Ecke

Vor langer Zeit haben meine Eltern sich das Set der Grundig Box 200 zusammen mit einer RTV 820 gekauft. Lange Zeit erfüllten Sie ihre Aufgabe und klangen auch nicht schlecht – in meiner Kindheit erfreuten sie mich oft in meinem damaligen Schlagzeugkeller. Leider hat der Zahn der Zeit nach einer weiteren Einlagerungsphase genagt und die beiden Tieftöner irreparabel beschädigt (Spule schleifte und Sicken defekt). Durch einen Zufallsfund in Ebay hatte ich nun den Gelegenheit die Lautsprecher wiederzubeleben und mit dem Innenleben der Grundig Hifi Box 250 zu bestücken!!

Nicht lang geschnackt und ran ans Werk:


So lagen die Boxen eine ganze Zeit lang herum, da ich die Tieftöner zu einem Lautsprecher Restaurator geschickt hatte – leider mit dem Ergebnis, dass es sich um günstige, recht minderwertige, Exemplare handelte die sich nicht lohnten aufwändig restauriert zu werden.

Nach der Verwandlung steht sogar noch etwas mehr Belastbarkeit zur Verfügung…

Hier der Ebayfund: 4 absolut wie neu aussehende Lautsprecher aus 2 ehemaligen Grundig Hifi Box(en) 250 inkl. Frequenzweichen – erstanden für 12 € was wirklich unglaubich ist für Original Grundig in diesem Zustand. Mit Gummisicken, so dass es auch noch lange halten sollte…


Auf ans ausräumen 😉

Die Dämmwolle (Fusseln, Klumpen was auch immer ;-)) rausholen…

Der „Alte“ Hochtöner ist baugleich mit dem aus dem 250er Satz – wird trotzdem ersetzt.

Frequenzweiche rausschrauben – ist auch augenscheinlich identisch mit der Austausch-Weiche, aber trotzdem bleibe ich Konsequent und tausche alles…

Nun gehts ans Verdrahten und Löten.

Frequenzweiche anschließen und wieder einbauen…

Dämmwolle wieder reinstopfen

Lautsprecher anschließen

Und alles wieder festschrauben…

That’s it…

Da stehen sie als ob nichts gewesen wäre. Nur das sie jetzt wesentlich besser klingen als vor dem Eingriff…

Ab jetzt gelten diese technischen Daten:

  • Bauart: 2-Wege geschlossen, Kompaktlautsprecher
  • Chassis:
    • Tieftöner: 1x
    • Hochtöner: 1x
  • Belastbarkeit (Nenn-/Musikb.): 25 / 35 W
  • Wirkungsgrad:
  • Frequenzgang: 50 – 20.000 Hz
  • Übergangsbereiche: 3.000 Hz
  • Impedanz: 4 Ohm

Von Hifi-Wiki http://www.hifi-wiki.de/index.php/Grundig_Box_250
Siehe auch http://www.hifi-wiki.de/index.php/Grundig_Box_200

Zum Abschluss noch ein kurzes Video:

Grundig Box 200 Restauration from Mediaman2000 on Vimeo.

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