Neuinterpretation Homematic Sonnensensor

Manche Sachen rollen sich durch Zufall neu auf…

Inspiriert durch das Homematictreffen 2016 durch den wirklich kreativen Spezialisten Dr. Eugen Stall (Webseite: stall.biz ) wurde der Wunsch nach einem genau arbeitenden Sonnensensor wieder neu entfacht. Zusätzlich soll das Sonnenstandsskript was er entwickelt hat auch zum Einsatz kommen (Siehe hier ). Mit dieser Kombination ist es möglich die Rolladen aber auch Lichter „präsise“ zu steuern, was im Prinzip einen normalen Lichtsensor überflüssig machen sollte.
Durch meine verbesserten Möglichkeiten des kreativen ….Ausdrucks… möchte ich diesmal einen Sonnensensor 3d Drucken 😉

Da ihr mich alle kennt – das Ziel zählt, der Weg dahin kann mal im Schnelldurchlauf überflogen werden, eine echte Anleitung ist es ja auf diesem Blog eigentlich nie, hier nun einige Bilder „des Weges“:

Das Gehäuse wurde in SketchUp designed und ist sehr simpel gehalten…

Vorstellung der hergestellten (und verwendeten) Teile:

(Landliebe) Marmeladenglas – ohne Schleichwerbung machen zu wollen. Dieses muss nach dem „Genuss“ des süßen Inhalts durch die Spülmaschine wandern und das nervige Papier, was sehr fest am Deckel klebt, entfernt werden. Danach wird mittig in den Deckel ein Loch gebohrt, durch das später ein stück Messingrohr gesteckt wird, indem einer der Temperatursensoren gesteckt wird. Das Messingrohr habe ich von einer Seite zugelötet mit einer dünnen Scheibe Messingstab, dann wurde nach Entfernen der Deckeldichtung (aufgeklebter Schaum oder was auch immer das ist am Deckel) der Stab an den Deckel gelötet. Ich habe dafür Fittingslot verwendet, es sollte aber auch mit normalem Elektroniklot klappen. Anschließend wurde der Messingstab schwarz lackiert. (Den Rest des Deckels entsprechend vorher abgeklebt mit Krepp). Nun wurde die Innenseite des Deckels, rund um den Stab, mit weißem Silikon gefüllt und möglichst eben gestrichen und der Deckel dann auf das Glas geschraubt (sieht man später besser). Silikon muss durchhärten.

Der Grundkörper (Becher) mit Halterung ist sehr simpel und erfüllt den Zweck, das Glas oben aufzunehmen und unten durch die Bohrung den 2. Temperatursensor. Da dies mein Proof of Concept ist, sind alle Löcher im nachhinein mit dem Bohrer auf ihren entgültigen Durchmesser aufgebohrt worden. Die langen M4 Schrauben haben sich ihr Gewinde selbst in den ABS Kunststoff geschnitten, somit sind auch keine Gegenmuttern notwendig um die Schelle fest gegen den Grundkörper zu pressen.

Der ELV Funk-Temperaturdifferenz-Sensor HM-WDS30-OT2-SM kam als Bausatz und wurde entsprechend der Anleitung aufgebaut.

Der Sensor ist mit einer Aufnahme für eine verschraubbare Halterung ausgestattet um ihn an einem Mast oder der Hauswand zu befestigen.

Die Bohrungen für die Kabelführung wurden alle im Nachgang von Hand gebohrt.

Nun wurden die beiden Sensoren entsprechend platziert – der im Deckel passte genau ins Messingrohr 🙂

Gut zu sehen: die Isolierung des Deckels und die Kabelführung durch die Halterung.

Die Kabel werden durchgefädelt und natürlich dann erst an die Platine des Differenzsensors angeschlossen! Dieser kann dann endmontiert werden.

Fertig – leider nicht zu sehen auf den Bildern: das Glas wurde nach Aufstecken auf den Grundköper rundherum wieder mit weißem Silikon verklebt und die „Fuge“ sauber abgestrichen.
Provisorischer Mast war auch schnell gefunden: ein Stück Kabelkanal 🙂

Einige Tage Testlauf hat er nun schon hinter sich:

Jetzt muss ich nur noch einen optimalen Platz finden – vermutlich auf dem Flachdach von meinem Büro, da er momentan nur ab Mittags richtig Sonne bekommt (so macht das noch nicht ganz so viel Sinn). Die Skripte für die Rolläden müssen nun auch zusammengestrickt werden – das wird hoffentlich noch was die nächsten Wochen. (Zeit ist immer so knapp)

Da sich das Teil momentan eigentlich ganz gut macht, überlege ich mir gerade noch die Sache in Thingiverse zu veröffentlichen, damit man das auch nachbauen könnte. Sicher lässt sich das Teil auch anders konstruieren aber das ist halt meine Interpretation.
Was auch noch wichtig ist: momentan besteht mein erster Versuch aus ABS, was vermutlich nicht auf Dauer UV beständig sein dürfte. Da es UV beständige Filamente gibt wird die Version 2 auf jedenfall aus so einem Material hergestellt, damit man auch länger was vom Sensor hat und er nicht nach einiger Zeit an der rauhen Umwelt „zerbröselt“.

Momentan fehlen dem Beitrag noch die genauen Maße des Messingrohrs und der gebohrten Löcher – das versuche ich nachzureichen (aber bitte nicht festnageln). Manchmal baut man einfach spontan los ohne auf alle Maße zu achten und sie entsprechend aufzuschreiben 😉 Deswegen muss ich jetzt mal nachmessen 😛

Ein entspanntes Wochenede noch.

 

 

 

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Nachtrag zum Eigenbau Sonnensensor

…ein Beispielprogramm

Aufgrund eines Kommentars ein Beispielprogramm für die Ansteuerung des Sonnensensors:

Ich hoffe das klärt alle offenen Fragen. In der Bedienung „Wenn…“ stehen neben dem Sensor noch 2 weitere Bedingungen für Anwesenheit und eine Variable „Automatischer Sonnenschutz“ die nicht mit übernommen werden müssen…

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Eigenbau Sonnensensor

… aber menno die Sonne blendet mich und ELV hat keinen passenden Sensor im Sortiment MÄHHG MÄHHG MÄÄÄÄHG

Jeden Mittag bis Abends das Gleiche: die Sonne, so schön sie auch sein mag, blendet und erschwert das Arbeiten im Büro. Jedes mal den Rollo von Hand runterzufahren oder irgendwelche Algorhytmen, die niemals ahnen können ob die Sonne auch wirklich scheint und es gerade sinnvoll ist überhaupt die Jalos nach unten zu bewegen – wollte ich alles nicht :-O

Somfy und Co. haben natürlich passende Sensoren dafür im Programm und der ELV für die Homematicschiene mal wieder….nicht – wie immer.

Also schnell was aus vorhandenen Teilen zusammengeschranzt.
Man nehme:

1x SCI-3-FM 3-Kanal-Funk-Schließerkontakt-Interface (Bausatz)
1x PC817 Optokoppler
1x Solarzelle 2-4 Volt (in meinem Fall irgend ein undefinierter Typ aus einer kaputten Solarlampe)
1x Poti z.B. 10 K (varieiert je nach Solarzelle)
1x Polycarbonatgehäuse mit transparentem Deckel (Grösse habe ich nach Solarzelle gewählt)
1x AA-Batteriehalter
1x AA-Lithium Batterie 3,5 Volt (als Ersatz für die schnell erschöpfte Knopfzelle)

So in etwa sollte der Schaltplan lauten:

Über den Poti wird die Empfindlichkeit eingestellt – Widerstandswert varieiert sehr nach verwendeter Solarzelle – muss einfach ausprobiert werden.
Der Bausatz der Tasterschnittstelle wird nicht komplett aufgebaut, sofern nicht bestückt alle Kabel weglassen und gleich an die Knopfzellenhalterung (weiß gerade echt nicht mehr ob ich die damals einlöten musste) den Batteriehalter anlöten. Die AA-Lithiumzelle sollte einige Jahre halten, ich selbst habe noch nicht mal eine neue sondern eine ausrangierte von einem Funkbewegungsmelder einer Alarmanlage genommen. Die Ausgänge des Optokopplers an entsprechende Eingänge der Tasterschnittstelle anlöten.
Sicherlich hätte ein Stück Lochrasterplatine dem Ganzen gut getan aber zusammenschranzen bleibt zusammenschranzen, deswegen hab diese einfach weggelassen und das Werk fliegend miteinander verlötet (sieht eh keiner mehr später 🙂 )

Ein paar Impressionen:


Der verschrumpfte Taster oben hat keine Funktion…

Nun muss noch ein einfaches Zentralenprogramm her um eine Aktion auszulösen. Es sei empfohlen Verzögerungszeiten (z.B. 2 min) einzubauen, damit die Jalos erst nach einer definierten Bescheindauer des Sensor in Bewegung gesetzt werden – entsprechendes bei Bescheinunterbrechungen. So fahren die Jalos bei uns erst hoch wenn die Sonne 10 Minuten wegbleibt.

Fazit: hängt nun seit ca. 3 Wochen und läuft perfekt. Sicher könnte man zwecks Ökonomie die Schaltung noch aufwändiger stricken, so das sich der Sensor wie bei den Somfy Sunis RTS von alleine wieder auflädt aber für den Anfang reichts…
Mit Hilfe des Wired IO Moduls kann man auch bestimmt in Zukunft direkt die Spannung der Solarzelle messen und so einen genaueren Sensor bauen. Ich habe mir solch ein Modul vorbestellt und werden dann in dieser Richtung auch weiter testen.

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